>> Unser Gast: FSV Union 1919 Fürstenwalde e.V. <<

Wie alles begann: Der FSV Union ist ein Fußballverein aus Fürstenwalde/Spree in Brandenburg. Der FSV Union entstand 2002 durch Fusion der SG Union Fürstenwalde 1919 e.V. mit dem FSV Wacker Fürstenwalde e.V. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1919. Der Verein entstand 1919 als eine Abteilung des Berliner Fußballclubs SC Union 06 Oberschöneweide unter dem Namen SC Union 06 Oberschönweide Abt. Fürstenwalde. Im Jahr 1927 benannte man sich in SC Union Fürstenwalde 1919 um und schloss sich 1933 mit dem FC Wacker Fürstenwalde 1923 zum FC 1919 Fürstenwalde zusammen. Bis zu seiner Auflösung nach Kriegsende 1945 durch den Alliierten Kontrollrat spielte der Verein unterklassig. Anstelle des alten FC 1919 wurde 1946 die FDJ SG Fürstenwalde gegründet, die sich 1950 in SG Union Fürstenwalde umbenannte. Obwohl zu dieser Zeit die meisten unabhängigen Sportgemeinschaften in Betriebssportgemeinschaften (BSG) unter der Trägerschaft örtlicher Betriebe und Einrichtungen umgewandelt wurden, konnte sich die SG Union bis 1958 ihre finanzielle Eigenständigkeit erhalten. Die Fürstenwalder Fußballspieler gehörten 1952 zu den Gründungsmitgliedern der Bezirksliga Frankfurt (Oder), nachdem sie bis zur Einrichtung der DDR-Bezirke der Landesliga Brandenburg angehört hatten, und belegten dort meist Plätze im Tabellenmittelfeld. 1958 erfolgte die Umstrukturierung in die BSG Empor Fürstenwalde, die mit dem Aufstieg in die drittklassige II. DDR-Liga 1959 ein erstes Erfolgserlebnis hatte. In der Spielzeit 1960 wurde die BSG Empor allerdings Letzter der Staffel und stieg wieder in die Bezirksliga ab. Im Jahr darauf schloss sich die BSG Empor mit dem Lokalrivalen BSG Motor zur TSG Fürstenwalde zusammen. 1963 wurde die TSG erneut Bezirksmeister, verpasste aber mit Platz vier in der Aufstiegsrunde zur zweitklassigen DDR-Liga den Aufstieg. In den folgenden Jahren dümpelte die Mannschaft meist im Mittelfeld der Bezirksliga Frankfurt (Oder). Die SG Dynamo Fürstenwalde entstand 1971 durch den Zusammenschluss aus der TSG Fürstenwalde, der SG Dynamo Frankfurt sowie der SG Dynamo Fürstenwalde/Bad Saarow und ersetzte Dynamo Frankfurt in der zweitklassigen DDR-Liga zur Saison 1971/72. Die Sportvereinigung der inneren Sicherheitsorgane der DDR, kurz SV Dynamo, verfolgte damit das Ziel, ein neues Fußball-Nachwuchszentrum in Reichweite des Berliner FC Dynamo als Ersatz für die Mannschaft am bisherigen Standort Frankfurt (Oder) aufzubauen, wo Konkurrenz durch den FC Vorwärts und die BSG Halbleiterwerk bestand. In Fürstenwalde spielten die ansässigen Vereine höchstens in der Bezirksliga und die Stadt bot mit dem damals 4.000 Zuschauer fassenden Rudolf-Harbig-Stadion auch eine angemessene Spielstätte. Bis 1977 belegte die SG Dynamo Fürstenwalde stets Plätze im Mittelfeld, ehe im darauffolgenden Jahr ein 10. Platz nicht mehr für den Klassenerhalt ausreichte. Im folgenden Bezirksligajahr reifte die Mannschaft um ihre Leistungsträger Gerd Pröger (Tor), Klaus Malzahn (Abwehr) und Kapitän Peter Wötzel (Mittelfeld) zu einer schlagkräftigen Truppe heran, die mit einem 2. Platz hinter der nicht aufstiegsberechtigten Reservemannschaft von Vorwärts Frankfurt den sofortigen Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse schaffte. Der BFC Dynamo verhalf nun in Fürstenwalde eigenen Talenten zu Spielpraxis. Unter Trainer Egon Rohde (Vater der Oberligaspieler PeterRainer und Frank Rohde) erreichte die SG Dynamo 1979/80 den ersten Platz in der Ligastaffel B. In der Aufstiegsrunde zur DDR-Oberliga scheiterte die Mannschaft anschließend an Hansa RostockChemie Böhlen und Energie Cottbus, lediglich gegen Wismut Gera gab es einen Sieg. Bis zum Ende des DDR-Fußballbetriebes 1990 konnte sich die SG Dynamo Fürstenwalde in der DDR-Liga meist auf vorderen Rängen behaupten. Der Plan, dem BFC Dynamo oberligareife Spieler zuzuführen, ließ sich nur teilweise verwirklichen. Nur wenige Fürstenwalder Spieler wie Burkhard Reich (102 Oberligaspiele), Thorsten Boer (32) und Peter Kaehlitz (9) kamen später beim BFC Dynamo zum Einsatz. Mit dem Beginn der Wende in der DDR 1989 und der Auflösung des MfS fiel auch die hauptsächliche Unterstützung für die SG Dynamo Fürstenwalde weg. Für ein paar Monate trug der Verein noch den Namen SG Dynamo Fürstenwalde und löste sich aus finanziellen Gründen nach der Saison 1989/90 auf. Mit der Neugründung nannte sich der Fußballverein dann FSV Fürstenwalde – später FSV Wacker Fürstenwalde. 1990 wurde ein weiterer neuer Verein unter der Bezeichnung SG Union 1919 Fürstenwalde gegründet, der zwischen 1990 und 2002 stets unterklassig spielte, bis er 2002 mit dem in der Verbandsliga Brandenburg spielenden FSV Wacker Fürstenwalde zum FSV Union Fürstenwalde fusionierte und dessen Platz in der Verbandsliga einnahm. Der FSV Union spielte – bis auf eine Saison – in den folgenden Jahren meist gegen den Abstieg und konnte diesen 2006 nicht mehr verhindern. 2008 schafften die Fürstenwalder den Wiederaufstieg in die mittlerweile in Brandenburg-Liga umbenannte Verbandsliga, in der man 2011 die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Nordost feierte. In der Saison 2015/16 gelang dem FSV Union als Meister der Oberliga der Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Weiterer großer Erfolg war der Gewinn des Brandenburgischen Landespokals mit einem 2:1 Sieg gegen den SV Babelsberg am 22. August 2020 im Werner-Seelenbinder-Stadion Luckenwalde.

Stadion: Der FSV Union trägt seine Heimspiele in der BONOVA-Arena ehemals Karl-Friedrich-Friesen-Stadion aus. Das Stadion wurde 2010 eingeweiht und fasst 8.000 Zuschauer/-innen. Davon 7.500 Stehplätze (1.500 überdacht) und 500 überdachte Sitzplätze. In den ersten fünf Heimspielen der laufenden Saison kamen im Durchschnitt ca. 400 Zuschauer/-innen. In der letzten Spielzeit vor der Corona-Pandemie hatte sich der Durchschnitt bei ca. 600 Zuschauer/-innen eingependelt. Die Dachkonstruktion auf der Haupttribüne wurde für 18.000 Euro vom 1. FC Union Berlin aus der (ganz) Alten Försterei gekauft. Weil die Stahlträger beschädigt waren und Statiker neue Berechnungen durchführen mussten zog sich die Fertigstellung über vier Jahre. Dazu kam das Projekt Flutlicht als Auflage des NOFV. Beide Projekte zusammen hatten ein Volumen von ca. 500.000 Euro, wovon die Stadt Luckenwalde 300.000 Euro als rückzahlbaren Vorschuss über zehn Jahre gestreckt hat, heißt der FSV Union hat beide Projekte selbst gestemmt bzw. zahlt diese noch ab. Chapeau!

Sportlich: Die abgebrochene Saison 2020/21 beendete der FSV Unionmit 16 Punkten aus 11 Saisonspielen auf Platz acht. Insgesamt blieb unser Gast in fünf Spielen erfolgreich, fünf Spiele gingen verloren und einmal wurde Unentschieden gespielt. Dabei wurden 22 Tore geschossen und 20 Tore kassiert. Das Saisonziel 2021/22 lautet Klassenerhalt. Der Kader (24 Spieler, Durchschnittsalter 21,3 Jahre) setzt für die neue Spielzeit 2021/22 fast komplett auf junge Spieler angeführt durch den Kapitän Ingo Wunderlich (35, Abwehr, seit 2016 beim FSV Union, vorher u.a. beim Berliner AK, TSG Neustrelitz und 1. FC Union Berlin). Im Mittelfeld ist Lukas Stagge (24, drei Tore) hervorzuheben, der aus der U19 des Halleschen FC seit 2017 beim FSV Union spielt und eine konstante Größe im Team ist. Der Saisonauftakt ist nach zehn Spielen für den FSV Union ausbaufähig. Der Slogan des Vereins „Die Macht von der Spree“ hat etwas an Strahlkraft eingebüßt. Der Verein steht mit acht Punkten und 14:27 Toren auf Platz 15 der Tabelle. In zwei Spielen konnte gewonnen werden (4:2 gegen VfB Auerbach, 2:1 gegen ZFC Meuselwitz), zweimal spielte man Unentschieden (3:3 VSG Altglienicke, 1:1 FC Eilenburg) und sechs Spiele gingen verloren. Im Landespokal kam das Aus in der zweiten Runde mit einer 0:3 Heimniederlage gegen Optik Rathenow. Mit Beginn der neuen Saison trat ein komplett neues Trainerteam bestehend aus Chef, Co- und Torwarttrainer beim FSV Union seinen Dienst an. Cheftrainer ist Andreas Langer (54), bis 2020 Jugendtrainer beim FSV Union, dann ein Jahr Trainer im Nachwuchsleistungszentrum beim FC Energie Cottbus. Ausgestattet mit einem Drei-Jahresvertrag soll er die junge Mannschaft beim FSV Union formen und weiter entwickeln. Seinen Co hat er aus Cottbus gleich mitgebracht. Tom Noack (29) hat seine Sporen bei Lok Leipzig erarbeitet und kommt ebenfalls aus dem Nachwuchstrainerbereich. Da heißt es nur hervorzuheben, dass beide in die großen Fußstapfen von Matthias Maucksch (Spieler bei Dynamo Dresden, VfL Wolfsburg, 1. FC Nürnberg, FC Energie Cottbus und Trainer bei Dynamo Dresden und über fünf Jahre erfolgreich beim FSV Union) treten.

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