>>TAS auf TOUR<<

28.08.2021 FC Carl Zeiss Jens – SV Tasmania Berlin

Ernst-Abbe-Sportfeld, Oberaue 3, 07745 Jena, Entfernung vom Werner-Seelenbinder-Sportpark: 260 km

Wertung: ⚽⚽⚪⚪⚪

+ Eintrittspreis: 11,00 € ermäßigt: 8:00 €

+ z.Z.: 2.452

+ Getränke: Bier vom Fass: Köstritzer 1,0l: €; 0,4 l; € Softdrink: 3,00€

+ Essen vom Grill: Bratwurst 3,00€; Brädel 4,00€

– Stadionheft (2 €, obwohl es ja schon mittlerweile der Standardpreis in der Liga ist)

– keine/wenig Unterstützung der Heimmannschaft, nach anfänglichen Pöbeleien

Eine so lange Auswärtsfahrt will gut organisiert sein. War diese aber nicht so richtig, zumindest wenn es um eine Anreise im Kollektiv mit Bus, Bahn, PKW-Fahrgemeinschaften ging. Also dann, jede(r) wie sie/er wollte, mit minimalistischen Absprachen. Ein wenig mehr Verbindlichkeit sollte es bei der nächsten Auswärtsfahrt schon sein. Aber wir üben ja noch und wir haben es ja irgendwie doch geschafft. Die Anreise war soweit in Ordnung, auch das Parken war nicht weiter problematisch. Die ersten Probleme begannen dann vor dem Eingang: Wohin sollen, dürfen, müssen wir? Komplette Planlosigkeit bei allen Beteiligten und Unbeteiligten.

Da der Auswärtsblock für uns nicht offen war, folgten wir mal nicht den Pfeil, sondern es ging in die andere Richtung. Vor dem eigentlichen Eingang hatten sich zum Glück schon weitere Tasmanen eingefunden, aber es war immer noch nicht klar, wie wir nur da rein kommen sollten. Selbst die Ordner hatten keinen Plan. Schlussendlich war es der VIP-Eingang, wie es sich für Fans, die aus einem der edleren deutschen Stadtteile kommen, gebührt.

Tja, und wie weiter? Trennung von Fans, Fehlanzeige. Alle Tasmanen in den Block E, oben unterm Dach in die Ecke, allerdings ohne Banner oder sonstiges. Da haben wir uns dann alle zusammengefunden und mit einer herrlichen Aussicht auf die Baustelle und das Spielfeld, abgeschirmt von der Ordnertruppe vom Rest der Zuschauer. Zumindest wurde uns „freies Geleit“ zum Bierstand, Essensstand, usw. zugestanden. Am Bierstand herrschten schon bayrische Verhältnisse: wer ein „großes“ Bier bestellte, bekam auch gleich ein wirklich Großes: Einen Liter Bier, mmmhh lecker. Glühwein gab es auch schon….Beim Essensstand bildeten sich schon mal etwas längere Schlangen, aber es war noch alles im Rahmen.

Nachdem wir uns unter dem Dach gemütlich eingerichtet hatten, haben wir uns akustisch ziemlich gut bemerkbar gemacht, was einigen Herumsitzern von Jena am Anfang ganz und gar nicht gefallen hatte. Anstatt aber mal die eigene Mannschaft zu unterstützen wurde erst einmal niveaulos gegen uns herum gepöbelt. Ansonsten war die Unterstützung der Heimfans an diesem Tag schon ziemlich mau, eigentlich gar nicht so richtig vorhanden.

Wir wurden dafür von Fans des VFL 96 Halle lautstark mit unterstützt, deren Team im Anschluss gegen Jena II spielte und leider mit 3:0 verlor. Und ja, wir müssen an dieser Stelle freimütig einräumen, dass von den Hallensern schon einiges kreatives Liedgut mit eingesungen wurde. In diesem sind wir aber ohne großes Zögern mit eingestiegen und umgekehrt war es auch so. Je schlechter der Spielstand wurde, desto lustiger wurden die Gesänge und desto lauter die Unterstützungsrufe für unsere Mannschaft.

Ja, auch hier eine neue Erfahrung: Spiele können nicht nur schöner getrunken werden, sondern auch schöner gesungen werden. Das erhöhte nicht nur die Anzahl der Ordner, die uns „bewachten/abschirmen“ sollten, es färbte sich auch auf viele Fans von Jena ab, die ihre anfängliche latente Ablehnung komplett abgelegt hatten . Nach dem Spiel gab es noch einige Verliererbiere, oder besser Abschiedsbiere und auch noch ziemlich nette und unterhaltsame Gespräche mit einigen Heimfans.

So waren wir auch die mit die Letzten, die das Stadion verließen. Zwar ohne Punkte und ohne Torerfolg, aber mit außerordentlich vielen Sympathiebekundungen und das ist ja auch mal was. Sogar die Mannschaft hat sich früher als wir auf den Weg nach Neukölln gemacht.

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.