<>

Wie alles begann:

Die Volkssport Gemeinschaft Altglienicke ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Altglienicke im Bezirk Treptow-Köpenick. Der Verein zählt zu den wenigen im früheren Ost-Berlin, der über die DDR-Zeit hinweg seinen traditionellen Vereinsnamen bewahren konnte und nicht wie damals politisch gewünscht unter dem Dach eines Trägerbetriebes als Betriebssportgemeinschaft verschwand. Die Geschichte des Altglienicker Sports begann am 25. Juli 1883 mit der Gründung des MTV Spieß als bürgerlicher Turnverein. In den folgenden Jahrzehnten gab es durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stetige Veränderungen für den Sportbetrieb in Altglienicke. 1906 gründeten sich erste Arbeitersportvereine wie z. B. der BSC Freiheit 06. 1909 gründete sich der Altglienicker Ballspielclub 09 als reiner Fußballverein und unter dem Dach des DFB. Die Arbeitersportvereine vereinigten sich 1913/1914 zur Turn- und Sportvereinigung Altglienicke 06, die jedoch 1933 mit der Machtergreifung der Nazis aufgelöst wurde. Von den Fußballern des Altglienicker BC 09 liegen ab 1911 erste Tabellen vor. Der Altglienicker BC 09 wurden 1945 durch Beschluss des Alliierten Kontrollrates wie alle anderen Vereine aufgelöst. Zu Beginn des Jahres 1946 erfolgte die Bildung von allgemeinen Sportsparten, die ihren Sport auf kommunaler Ebene in den Sportarten Turnen, Handball, Fußball, Kegeln, Schach und Angeln durchführten. Die Mannschaften der Wettkampfsparten wurden zumeist in untere Spielklassen der Verbände eingereiht. Ab dem 1. April 1949 durften sich wieder Vereine gründen. Es wurde der Altglienicker Sportverein (ASV) gegründet. Diesem traten bis auf die Angler alle Sportsparten bei. Nach der Saison 1949/50 erfolgte im Fußball die Trennung des Spielbetrieb zwischen Ost und West. Die Sportführung der DDR versuchte ab Gründung der DDR, alle Vereine an die neuen volkseigenen Betriebe anzugliedern. Bereits im Oktober/November 1951 wurde seitens der BSG Chemie Adlershof versucht, eine Vereinigung mit dem Altglienicker Sportverein herbeizuführen. Dieses wurde durch den Vorstand des Altglienicker Sportvereins sowie durch alle Sportsparten des Vereins am 9. Oktober 1951 abgelehnt. Der ASV blieb ein privater Verein ohne Betriebsbindung. 1952 verbot die DDR-Sportführung die Bezeichnung „Verein“. Der Altglienicker Sportverein nannte sich nach langen Diskussionen über den neuen Vereinsnamen am 1. Juli 1952 in Volkssport Gemeinschaft Altglienicke um. Die Anfangsbuchstaben bildeten das noch heute gültige Vereinssymbol V-G-A. Die Fußballer der VSG spielten ab diesem Zeitpunkt in der 1. Kreisklasse bis zum Jahr 1956. Durch eine Spielklassenreform 1956 musste man als Sechster in die unterste Spielklasse im Berliner Fußball absteigen. Im Jahr 1958 stiegen die Fußballer aus der 2. Kreisklasse als Zweitplatzierter wieder in die 1. Kreisklasse auf. Im darauffolgenden Jahr gelang dann als Meister der 1. Kreisklasse sogar der Aufstieg in die Stadtklasse, der damaligen zweithöchsten Berliner Liga. In den 60er-Jahren kommt es zu weiteren Anfragen, ob sich die VSG Altglienicke nicht doch einem Betrieb anschließen möchte. Auch diese Anfragen werden wie 1951 abgelehnt. Nach dem Bau der Berliner Mauer pendelte die VSG bis 1982 zwischen 1. Kreisklasse und Bezirksklasse. Erst ab der Spielzeit 1982/83 konnte die Mannschaft dauerhaft die Zugehörigkeit zur Bezirksklasse sichern. In der Saison 1988/89 wurde der zweite Platz in der Bezirksklasse Staffel B erreicht, der zu zwei Aufstiegsspielen in die Bezirksliga – damals höchste Berliner Spielklasse – berechtigte. In zwei spannenden Spielen konnte der Favorit BSG Einheit Pankow bezwungen werden. Das Hinspiel in Altglienicke wurde mit 3:1 gewonnen, ebenso wurde das Rückspiel in Pankow gewonnen. Diesmal mit 3:2. Somit spielte die VSG Altglienicke erstmals in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga. In der Bezirksligasaison 1989/90 wurde der 13. Platz erreicht, womit der Abstieg verhindert werden konnte. In darauffolgenden Saison 1990/91 wurde der 10. Platz in der Landesliga Ost erreicht. Nach der Wiedervereinigung wurde die VSG Altglienicke ein eingetragener Verein. In einer Vorstandssitzung stimmte man über den neuen Namen ab. Aus den Argumentationen wurde deutlich, dass der Name VSG Altglienicke beibehalten wird. Die Rückbenennung in ASV wurde abgelehnt, existierte der Name doch nur ca. vier Jahre. Außerdem erinnerte die Abkürzung ASV auch an die Bezeichnung der ehemaligen Armeesportvereine der DDR. Die erste Saison im gemeinsamen Spielbetrieb aus Ost und West endete mit dem Abstieg in die Kreisliga A. Mit Platz acht in der Saison 1992/93 wurde der Aufstieg in die neugeschaffene Bezirksliga (dritthöchste Berliner Spielklasse) geschafft. In der Saison 1994/95 gelang der Wiederaufstieg in die Landesliga. Nach dem neunten Platz in der Landesliga der Saison 1995/96 begann der sportliche Niedergang mit drei Abstiegen in vier Jahren. So spielte die VSG Altglienicke in der Saison 2000/01 nur noch in der Kreisliga B. Erst mit dem Aufstieg 2003/04 in die Kreisliga A begannen wieder bessere Zeiten für die VSG. Nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A in der Saison 2006/07 spielte der Verein zwei Jahre in der Bezirksliga. Nach dem noch knapp verpassten Aufstieg 2007/08 als Aufsteiger folgte nach der Saison 2008/09 der Aufstieg in die Landesliga. In der Landesliga-Saison 2009/10 holte die VSG sofort den zweiten Platz und stieg über zwei Relegationsspiele gegen den Zweiten der anderen Landesliga-Staffel in die Berlin-Liga auf. Der Aufsteiger erreichte am Ende der Saison 2010/11 den zweiten Platz. In der nachfolgenden Saison 2011/12 belegte die VSG Altglienicke fast die gesamte Saison über Platz 1 und schaffte am 12. Mai 2012 vorzeitig die Berliner Meisterschaft und den Aufstieg in die NOFV-Oberliga, was mit dem erstmaligen Aufstieg in den überregionalen Fußball den damals größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte markierte. In der ersten Oberliga-Saison startete die VSG Altglienicke fulminant mit einer Serie, wo es erst einmal mehr als sechs Spiele dauern sollte, bis man überhaupt ein Gegentor kassierte. Die Hinrunde beendete der Aufsteiger recht erfolgreich mit Platz 5. In der Rückrunde fand man hingegen, bis auf eine kleine Serie von vier erfolgreichen Spielen, nicht mehr wirklich Tritt und schloss schließlich am Ende auf Platz 9 ab. Auch in der Folgesaison gelang sportlich gesehen mit dem 7. Platz der Klassenerhalt, der Verein entschied sich jedoch aus wirtschaftlichen Gründen für den Rückzug aus der Oberliga. In der Berlin-Liga wieder angekommen, wurde in der Saison 2014/15 zunächst Platz 5 erreicht. Die nachfolgende Spielzeit 2015/16 konnte sich die VSG Altglienicke frühzeitig an der Tabellenspitze festsetzen und sicherte sich vier Spieltage vor Saisonende die Berliner Meisterschaft. Zwei Jahre nach dem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga hat der Verein erklärt, sein Aufstiegsrecht wahrzunehmen und somit wieder eine Klasse höher zu spielen. Zusammen mit den ehemaligen Profispielern Björn Brunnemann (u.a. FC Energie Cottbus, FC St. Pauli, 1. FC Union Berlin) und Torsten Mattuschka (u.a. FC Energie Cottbus, 1. FC Union Berlin) konnte sich die VSG in der Oberliga bereits nach drei Spieltagen erstmals an die Tabellenspitze setzen. Im Verlaufe der Saison konkurrierte Altglienicke mit Ligakonkurrent FSV Optik Rathenow um die Tabellenspitze. Zu Saisonende sicherte sich die VSG mit einem 2:2 beim SV Lichtenberg 47 und einem Punkt Vorsprung auf Optik Rathenow die Meisterschaft. Damit spielt die VSG Altglienicke in der Saison 2017/18 erstmals in der Regionalliga Nordost. Da für diese Liga ihr Stadion am Alten Schönefelder Weg nicht den Anforderungen des NOFV genügte, trug der Verein seine Heimspiele seit dieser Saison im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark aus. Ebendort gelang in der Saison 2019/20 der größte Pokalerfolg der Vereinsgeschichte, indem am 22. August 2020 der FC Viktoria 1889 Berlin mit 6:0 besiegt und somit der Berliner Landespokal gewonnen werden konnte. Zudem konnte in der Regionalligasaison 2019/20 der 2. Platz erreicht werden. Dieser Tabellenplatz wurde durch die Quotientenregelung ermittelt, nachdem die Saison infolge der COVID-19-Pandemie abgebrochen worden war. Nach der „unbereinigten“ Tabelle zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs stand die VSG Altglienicke sogar aufgrund der besseren Tordifferenz – punktgleich mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig – auf dem ersten Tabellenplatz. Die VSG hatte jedoch ein Spiel mehr absolviert, sodass durch die Quotientenregelung Lok Leipzig zum Tabellenersten gekürt wurde.

Stadion: Die VSG trägt ihre Heimspiele seit dieser Saison im Olympiapark-Amateurstadion aus. Das Olympiapark-Amateurstadion (offiziell: Stadion auf dem Wurfplatz) wurde am 29. Juli 2004 eröffnet. Es befindet sich unweit des Berliner Olympiastadions in der Friedrich-Friesen-Allee, an der Stelle des ehemaligen Wurfplatzes des Deutschen Sportforums auf dem Olympiagelände Berlin. Das Qlympiapark-Amateurstadion bietet Platz für 5.400 Zuschauer. Neben den 4.300 Stehplätzen gibt es 1.100 Sitzplätze, davon sind 750 überdacht. Es verfügt über eine Beregnungsanlage und ein für Fernsehübertragungen geeignetes Flutlicht. Das Olympiapark-Amateurstadion ist die Heimspielstätte der Hertha Amateure und weiterer Nachwuchsmannschaften (hauptsächlich U19 und U17) des Clubs. Das Stadion weist dieselben Maße auf, wie das benachbarte Olympiastadion und die beiden Trainingsplätze der Hertha-Profis auf dem Schenckendorff-Platz (105 m × 68 m). Nach dem Gastspiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist das Olympiapark-Amateurstadion bereits die zweite Ausweichspielstätte der VSG Altglienicke um Regionalliga-Fußball spielen zu können. Das eigentliche Heimatstadion der VSG am Alten Schönefelder Weg in Altglienicke ist nicht regionalligatauglich. Die Willi-Sänger-Sportanlage an der Köpenicker Landstraße soll in den nächsten Jahren in ein neues Stadion für 3.000 Zuschauer/-innen umgebaut werden. Auf der Anlage in Baumschulenweg findet derzeit bereits der Trainingsbetrieb statt. Auf der Sportanlage in Baumschulenweg trainieren drei Vereine, neben der VSG Altglienicke auch die SG Grün-Weiß Baumschulenweg und der FC Treptow. Für den Umbau hat der Haushaltsausschuss des Bundestags im Rahmen des Projekts „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ 1,3 Millionen Euro bewilligt. Damit soll der Umbau der Sportanlage anteilmäßig finanziert werden. Ein weiterer Anteil soll durch eine Ko-Finanzierung des Landes Berlin in Höhe von 1,0 Mio. Euro erfolgen. Den dritten Anteil in Höhe von ca. 700.000 Euro trägt die VSG mit Unterstützung von Sponsoren.

Sportlich: Die abgebrochene Saison 2020/21 beendete die VSG mit 25 Punkten aus 11 Saisonspielen auf Platz zwei. Insgesamt blieb unser Gast in acht Spielen erfolgreich, zwei Spiele gingen verloren und einmal wurde Unentschieden gespielt. Dabei wurden 29 Tore geschossen und 14 Tore kassiert. Das Saisonziel 2021/22 wurde von Cheftrainer Karsten Heine (66, seit 2019 bei der VSG) im Interview des Kicker vom 19.7.2021 mit „guten Fußball spielen und oben in der Tabelle zu stehen“ beschrieben. Der Kader (25 Spieler, Durchschnittsalter 26,0 Jahre) setzt für die neue Spielzeit 2021/22 auf das bewährte Konzept erfahrene Spieler ergänzt durch junge Talente. Der Saisonauftakt ist nach elf Spielen für die VSG zufriedenstellend. Der Verein steht mit 24 Punkten und 24:10 Toren auf Platz vier der Tabelle. In der Hinterhand ist das Nachholspiel am 6. Oktober bei Germania Halberstadt. In sieben Spielen konnte gewonnen werden, dreimal spielte man Unentschieden und ein Spiel ging verloren (0:3 zu Hause gegen Lok Leipzig). Ärgerlich aus Sicht von Trainer Karsten Heine waren insbesondere die drei Unentschieden zu Hause gegen Optik Rathenow (1:1), FSV Union Fürstenwalde (3:3) und das 1:1 bei TeBe. Hervorzuheben sind die Auswärtssiege gegen die Schwergewichte der Liga wie das 2:1 beim FC Carl-Zeiss Jena, das 2:0 beim Berliner AK, das 2:0 beim Chemnitzer FC und das 3:0 beim FC Energie Cottbus. Im Landespokal ist die dritte Runde nach Siegen beim SC Charlottenburg (9:0) und FC Nordost (12:1) erreicht. In der 3. Runde geht es zum FSV Hansa 07 nach Kreuzberg, derzeit Tabellenführer der Bezirksliga Staffel 1. Cheftrainer Karsten Heine kann auf die Erfahrung von fast 30 Trainerjahren bauen (1. FC Union Berlin DDR-Oberliga, Hertha BSC Bundesliga und U23, 1. FC Union Berlin Regionalliga, SV Babelsberg 03 Regionalliga, Chemnitzer FC 3. Liga) und schätzt die Regionalliga Nordost als die attraktivste und beste der fünf Regionalligen ein. Einen Einstand nach Maß zeigte bisher Christian Derflinger (27, Mittelfeld, 3 Spiele, 1 Tor, 2 Assits), der kurz vor Ende der Transferperiode verpflichtet wurde. Der gebürtige Österreicher wurde im Nachwuchs des FC Bayern München ausgebildet und ist über die Stationen Hamburger SV II, SpvGg Greuther Fürth II, Viktoria Köln und SV Rödinghausen bei der VSG gelandet. Bester Torschütze mit vier Treffern ist Tugay Uzan (27, Angriff, ausgebildet bei Hertha 03 und dem VfL Wolfsburg und über den 1. FC Union sowie Rot-Weiß Erfurt) seit 2018 für die VSG die Töppen schnürt. Ebenfalls eine bewegte Vergangenheit hat Felix Brügmann (28, Angriff, 3 Tore und 1 Assist) hinter sich. Über den Hamburger SV II, Altona 93, Lok Leipzig, Berliner AK, FC Carl Zeiss Jena und FC Energie Cottbus spielt er seit dieser Saison für die VSG Altglienicke. Im Mittelfeld ist Christian Skoda (30, 3 Tore und 1 Assit) eine konstante Größe. Er spielt seit 2018 bei der VSG (vorher Eintracht Braunschweig II, SV Wilhelmshaven, TSG Neustrelitz, Berliner AK und FC Viktoria Berlin). Reichlich 3. Liga-Erfahrung bringt Patrick Breitkreuz seit 2019 mit. Ausgebildet bei Hertha BSC hat er anschließend 134 Spiele in der 3. Liga für Holstein Kiel, FC Energie Cottbus, SV Wehen-Wiesbaden und die Würzburger Kickers bestritten. Aus Berlinliga-Zeiten ist dem einen oder anderen vielleicht noch Stephan Brehmer (28, 2 Assits und alle 11 Spiele im Einsatz) ein Begriff. Seit 2015 bei der VSG, doch auch er hat eine Vergangenheit beim SV Wilhelmshaven und wurde ausgebildet bei Eintracht Braunschweig. Im Tor spielt seit 2020 Leon Bätge, (24, ausgebildet beim VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt), dann über die Würzburger Kickers zur VSG gekommen. Mit Tolcay Cigerci (wechselte zum FC Viktoria Berlin) und Linus Meyer (wechselte zum TSV Havelse) haben zwei Unterschiedsspieler die VSG verlassen. Die letzten Begegnungen der VSG Altglienicke mit dem SV Tasmania fanden in der Berlinliga-Saison 2015/16 statt. Das Hinspiel in Altglienicke ging 0:0 aus und das Rückspiel im Werner-Seelenbinder-Sportpark gewann die VSG mit 0:2.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.